Kurzarbeit 2026: Voraussetzungen, Kurzarbeitergeld und Rechte der Beschäftigten

Rechtsstand: 27. September 2026

Kurzarbeit ist kein reines Corona-Thema. Auch heute nutzen viele Unternehmen das Kurzarbeitergeld, um konjunkturelle oder strukturelle Auftragseinbrüche zu überbrücken, ohne Personal abbauen zu müssen. Die pandemiebedingten Erleichterungen sind ausgelaufen; es gelten wieder die allgemeinen Regeln der §§ 95 ff. SGB III – mit einer wichtigen Ausnahme bei der Bezugsdauer.

1. Darf der Arbeitgeber Kurzarbeit einseitig anordnen?

Nein. Kurzarbeit bedeutet eine vorübergehende Verringerung der Arbeitszeit und damit des Lohns. Dafür braucht der Arbeitgeber eine Rechtsgrundlage: einen Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder eine Regelung im Arbeitsvertrag. Fehlt eine solche Grundlage, müssen die Beschäftigten einzeln zustimmen. Besteht ein Betriebsrat, hat er bei der Einführung von Kurzarbeit ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG).

2. Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld

  • Es liegt ein erheblicher, vorübergehender und unvermeidbarer Arbeitsausfall aus wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis vor (§ 96 SGB III).
  • Im Kalendermonat ist mindestens ein Drittel der Beschäftigten von einem Entgeltausfall von jeweils mehr als zehn Prozent betroffen (§ 96 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 SGB III). Die während der Pandemie geltende abgesenkte Schwelle von zehn Prozent der Beschäftigten ist ausgelaufen.
  • Vorhandene Arbeitszeitguthaben sind grundsätzlich vorrangig abzubauen (§ 96 Abs. 4 SGB III).
  • Der Arbeitsausfall wurde der Agentur für Arbeit schriftlich oder elektronisch angezeigt (§ 99 SGB III). Kurzarbeitergeld wird frühestens für den Monat gezahlt, in dem die Anzeige eingeht.

3. Höhe und Bezugsdauer

Das Kurzarbeitergeld beträgt 60 Prozent der Nettoentgeltdifferenz, für Beschäftigte mit mindestens einem Kind 67 Prozent (§ 105 SGB III). Die gesetzliche Bezugsdauer beträgt regulär zwölf Monate (§ 104 Abs. 1 SGB III). Durch Verordnung ist sie für Ansprüche, die bis zum 31. Dezember 2026 entstehen, auf bis zu 24 Monate verlängert. Die Sozialversicherungsbeiträge auf das ausgefallene Entgelt (80 Prozent des Ausfalls) trägt der Arbeitgeber allein; die Erstattung dieser Beiträge durch die Bundesagentur ist mit der Pandemie ausgelaufen.

4. Pflichten und Haftungsrisiken für Arbeitgeber

Der Arbeitgeber berechnet das Kurzarbeitergeld, zahlt es aus und beantragt die Erstattung monatlich nachträglich bei der Agentur für Arbeit. Die Agentur prüft die Angaben in einer Abschlussprüfung nach Ende der Kurzarbeit. Falsche Angaben zu Arbeitszeiten oder Ausfallstunden führen zu Rückforderungen und können als Subventionsbetrug strafbar sein. Arbeitszeiten müssen während der Kurzarbeit deshalb besonders sorgfältig dokumentiert werden.

5. Was gilt für Arbeitnehmer?

  • Urlaubsansprüche verringern sich bei Kurzarbeit „Null“ anteilig für die ausgefallenen Arbeitstage (BAG, Urteil vom 30.11.2021 – 9 AZR 225/21).
  • Eine Nebentätigkeit, die während der Kurzarbeit neu aufgenommen wird, wird grundsätzlich auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.
  • Kurzarbeitergeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Wer es bezogen hat, muss eine Einkommensteuererklärung abgeben.

6. Kündigung während der Kurzarbeit

Kurzarbeit schließt eine Kündigung nicht aus. Eine betriebsbedingte Kündigung setzt aber voraus, dass der Beschäftigungsbedarf über den vorübergehenden Arbeitsausfall hinaus dauerhaft entfallen ist. Denn Kurzarbeit spricht gerade für einen nur vorübergehenden Arbeitsmangel (BAG, Urteil vom 23.02.2012 – 2 AZR 548/10). Der Arbeitgeber muss daher darlegen, dass sich die Lage nach Einführung der Kurzarbeit weiter verschlechtert hat.

Fazit

Kurzarbeit bleibt ein wirksames Instrument, um Beschäftigung zu sichern. Arbeitgeber brauchen aber eine tragfähige arbeitsrechtliche Grundlage, müssen die Anzeige rechtzeitig erstatten und die Arbeitszeiten lückenlos dokumentieren. Ich berate Arbeitgeber bei der Einführung und Arbeitnehmer bei Fragen zu ihren Ansprüchen. Sprechen Sie mich gerne an.

Verbot doppelseitiger Treuhand bei Abfindungszahlungen

Rechtsstand: 27. September 2026

Update September 2026: Das Verbot, widerstreitende Interessen zu vertreten, ist seit dem 1. August 2022 durch die Reform des anwaltlichen Berufsrechts ausführlicher in § 43a Abs. 4 bis 6 BRAO geregelt. An der hier dargestellten Rechtslage zur doppelseitigen Treuhand ändert das nichts; die Anforderungen an die Unabhängigkeit des Treuhänders gelten unverändert.

Einigen sich die Parteien eines Arbeitsvertrages auf eine Abfindungszahlung, so ist es sowohl dem Rechtsanwalt des Arbeitnehmers als auch der rechtlichen Vertretung des Arbeitgebers untersagt, diese Entlassungsentschädigung treuhänderisch zu verwahren und zu verwalten (Verbot der doppelseitigen Treuhand).

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Die Haftung des GmbH-Geschäftsführers mit seinem Privatvermögen

Rechtsstand: 27. September 2026

Im Grundsatz ist bei einer GmbH ist die Haftung gegenüber Gläubigern beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen. 

Handelt der GmbH-Geschäftsführer mithin rechtswirksam und offen für die GmbH, haftet mithin grundsätzlich nur die GmbH im Außenverhältnis für Schäden, die Dritten hierdurch entstanden sind. Dies entspricht dem Sinn und Zweck der GmbH als Kapitalgesellschaft, das Privatvermögen der hinter der Gesellschaft stehenden Gesellschafter und der für die GmbH handelnden Geschäftsführer zu schützen.

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GmbH-Gründung

Vor- und Nachteile gegenüber anderen Gesellschaftsformen

Gemäß § 13 Abs. 1 GmbHG ist eine GmbH eine juristische Person.  Sie beruht als Kapitalgesellschaft auf einem Gesellschaftsvertrag und dient der Verfolgung eines gemeinsamen – in der Regel wirtschaftlichen – Zweckes der Mitglieder. Eine GmbH kann auch von einer einzigen Person gegründet werden (Einpersonen-GmbH).

Eine Unterform der GmbH bildet die Unternehmensgesellschaft (UG).

I. Vor- und Nachteile gegenüber Personengesellschaften.

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Die Vorsorgevollmacht

Rechtsstand: 27. September 2026

1. Rechtscharakter der Vorsorgevollmacht

Nach deutschem Recht kann eine Person eine andere Person im Rahmen einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigen, im Falle einer Notsituation bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen. 

Ziel der Vorsorgevollmacht ist es, den Bevollmächtigten zum Vertreter im Willen des Vollmachtgebers zu ernennen. Ist der Vollmachtgeber nicht mehr entscheidungsfähig, entscheidet der Bevollmächtigte damit an seiner Stelle.

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Die Patientenverfügung

Rechtsstand: 27. September 2026

Der Deutsche Bundestag hat am 18. Juni 2009 den Paragraphen 1901a Bürgerlichen Gesetzbuchs beschlossen und damit die Rahmenbedingungen für den Umgang mit Patientenverfügungen geregelt.

Hiernach kann jeder einwilligungsfähige Volljährige eine Patientenverfügung verfassen.

Oftmals ist es dabei sinnvoll, sich sowohl von einem Arzt als auch einer juristisch fachkundigen Person beraten zu lassen. 

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Allgemeinverbindliche Tarifverträge

Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nach § 5 Tarifvertragsgesetz einen Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklären.

Hierzu bedarf es des Einvernehmens eines Ausschusses, der aus je drei Vertretern der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer besteht, sowie eines gemeinsamen Antrags der Tarifvertragsparteien.

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